autofrei leben! e.V. in München

Münchner Rathaus

Kontakt:

autofrei leben! e.V.
c/o
Gunhild Preuß-Bayer, Maria Ernst
Wohnen Ohne Auto   (Mitgliedsorganisation bei autofrei leben! e.V.)
c/o VCD
Breisacher Str. 12
81667 München
Tel.: +49 - (0)89 - 201 18 98
Fax: +49 - (0)89 - 201 53 13
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


Aktivitäten der Münchner autofrei leben!-Gruppe:

Am 10. und 11. März 2012 trafen sich die Autofreien zur diesjährigen Mitgliederversammlung in München . Unsere dortigen Freunde organisierten das Treffen.

Weitere Termine bitte bei WoA erfragen (s.o. Kontakt)

Rückblicke auf Veranstaltungen in den letzten Jahren in München: Archiv 

Autofrei Wohnen in München

Allgemein

Ausführliche Informationen der Münchener Initiative "Wohnen ohne Auto" (WoA):
www.wohnen-ohne-auto.de 

Zusammenfassungen & Steckbriefe in Autofrei Wohnen:
www.autofrei-wohnen.de/proj-d-riem.html

... in der Messestadt Riem:

Gesamtareal 556 ha (Stadtrand 7-9 km)
7000 WE + 13000 Arbeitsplätze; das ursprgl. Verkehrskonzept mit einem reduzierten Stellplatzschlüssel (Stpl.: 0,79) und einer Gemeinschaftstiefgarage für das gesamte Wohngebiet wurde bald wieder aufgegeben; trotzdem grundsätzlich die Möglichkeit für autofreie, -arme Wohnprojekte

1. Bauabschnitt:
(Stand 21.10.2009)
14 Eigentumswohnungen: Baubeginn 1998, Bezug Sommer 1999,
28 Genossenschaftswohnungen (Wogeno): Baubeginn 1999, Bezug Ende 2000/Anfang 2001
10 Eigentumswohnungen: Baubeginn 2003, Bezug Herbst 2004

2. Bauabschnitt:
(Stand 21.10.2009)
Statt einer Gemeinschaftstiefgarage und einem Parkraumkonzept wie im 1. Bauabschnitt sieht der Bebauungsplan wieder eine konventionelle Stellplatzregelung mit Einzeltiefgaragen unter den jeweiligen Gebäuden vor. Autofreies Wohnen wird nicht unterstützt. Frauenwohnen hat aber eine Sonderregelung zum stellplatzreduzierten Bauen.

FrauenWohnen Riem
Wohnanlage der Genossenschaft FrauenWohnen in der Messestadt Riem (Ost), Ingeborg-Bachmann-Straße 26-28.
Die Wohnanlage (fertiggestellt Herbst 2006) hat 49 Wohneinheiten, ein Gästeappartement, Büro, Gemeinschaftsräume, Tiefgarage. Umweltfreundlich sind der Passivhausstandard (KFW 40- Haus) und ein reduzierter Stellplatzschlüssel.
Die Stadt München hat einen reduzierten Stellplatzschlüssel von 0,4 genehmigt, d.h. es mussten nur 40% der vorgeschriebenen Stellplätze gebaut werden. Doch besteht die vertraglich festgelegte Pflicht, sofort auf 100% nachzurüsten, wenn die Anzahl der Autos in der Wohnanlage um auch nur ein Auto den genehmigten Stellplatzschlüssel von 40% überschreitet.
Die technische Machbarkeit der Nachrüstung musste nachgewiesen werden. Die Garage ist so ausgehoben, dass ein nachträglicher Einbau von Duplexstellplätzen ohne Probleme möglich ist. Außerdem mussten 100.000.- Euro als Sicherheit für die Finanzierung der Nachrüstung als Grundschuld eingetragen werden.
Bisher haben die Bewohnerinnen von FrauenWohnen lediglich 10 Autos. Das heißt, selbst ein Stellplatzschlüssel von 20% wäre ausreichend gewesen.

3. Bauabschnitt
(Stand 8.2.2015)

Zwei Projekte, die NICHT als autoreduziert, sondern nur als ökologisch angeboten wurden:
Die Fa. NEST Passivhaus erstellte ein Passivhaus mit PV, Solarthermie, Pelletheizung in der Messestadt, wo Wohnungen auch ohne Stellplatz erworben werden konnten. Die Anlage wurde 2007/2008 bezogen. Da die Stadt aber keine Stellplatzreduzierung genehmigt hatte, blieb NEST auf Stellplätzen sitzen, die letztlich weit unter Preis auch in der Nachbarschaft angeboten wurden.

Die Genossenschaft Wagnis baute fünf Häuser mit 96 Wohnungen, Gemeinschaftsräumen und Nachbarschaftscafe. 
Vorerst mussten nur 62 Stellplätze gebaut werden, die zudem teilweise so mit Fenstern zum Hof geplant sind, dass hier, wenn kein Bedarf an Stellplätzen ist, vielfältig anderweitig nutzbare Räume entstehen. Bisher steht die Garage halb leer.

4. Bauabschnitt:
(Stand 8.2.2015)
Der Bebauungsplan hat keine Stellplatzreduzierung vorgesehen und wieder müssen die Stellplätze auf den jeweiligen Baufeldern untergebracht werden.

Autofrei-Wohnen-4 hat zusammen mit 3 anderen Baugemeinschaften den Zuschlag für ein Grundstück mit 40-50 Wohnungen bekommen. Ein gemeinsamer Antrag auf Reduzierung der Stellplätze liegt bei der Stadt.

Die Baugruppe ist schon ziemlich voll und die Planung fortgeschritten, wir hoffen auf Kauf im September (früher wirds wohl nicht gehen, weil grad noch eine Realteilung des Grundstücks in Arbeit ist.)

... am Ackermannbogen:

(Stand 8.2.2015)

Seit Planungsbeginn bestand bei den Bauprojekten und Genossenschaften großes Interesse an autofreiem bzw. -armen Wohnen. In Kooperation mit WoA fanden zahlreiche Treffen und Gespräche mit städtischen Vertretern statt. Leider wurde aber dennoch im 1. Bauabschnitt seitens der Stadt keine Stellplatzreduzierung genehmigt.

Nachträglich ist es Wagnis e.G. gelungen, eine zehnjährige Aussetzung für die Fertigstellung eines Teils der Stellplätze zu erreichen, d.h. Duplexe noch nicht einzubauen. Als Sicherheit musste eine Bankbürgschaft erbracht werden. Der Umgang mit den darüber hinaus noch überflüssigen Tiefgaragenplätzen wird - wie auch von den BewohnerInnen im Passivhaus - intern geregelt.

Bundesfinanzmittel aus dem Programm EXWOST ermöglichten, 2010 ca 7 Stellplätze aufzulassen und dort Veranstaltungsräume einzubauen, die Genehmigung wurde aber nur bis Ende 2014 gegeben. Inzwischen ist sie wohl stillschweigend verlängert worden.

Während in den Bauabschnitten 2 und 3 auofreiem Wohnen seitens der Stadt keine Möglichkeiten eingeräumt wurden, erhielten per Losverfahren im 4. Bauabschnitt eine Gruppe Autofreier ein Grundstück. Letztendlich mussten sie für 13 autofreie Haushalte 8 Tiefgaragenplätze bauen, trotz eines überzeugenden Mobilitätskonzepts, außerdem verlangte die Stadt noch, dass sie im Bedarfsfall Stellplätze im öffentlichen Raum ablösen (= bezahlen) müssen.

Resümee:

Die Haltung der Stadt München ist trotz langjähriger Erfahrung mit autofreien Projekten immer noch sehr unkooperativ. Jedes autofreie und autoreduzierte Projekt muss seine Stellplatzreduzierung einzeln aushandeln und musste bisher jedes mal nachweisen und finanziell hinterlegen, dass eine Nachrüstung möglich ist.

Beim sozialen Wohnungsbau und bei Genossenschaften gibt es allmählich die Hoffnung auf echte Reduktionen.