autofrei leben! e.V. in München

Münchner Rathaus

Kontakt:

autofrei leben! e.V.
c/o
Gunhild Preuß-Bayer, Eva Döring
Wohnen Ohne Auto   (Mitgliedsorganisation bei autofrei leben! e.V.)
c/o VCD
Breisacher Str. 12
81667 München
Tel.: +49 - (0)89 - 201 18 98
Fax: +49 - (0)89 - 201 53 13
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


Aktivitäten der Münchner autofrei leben!-Gruppe:

Die Initiative "Wohnen ohne Auto" ist Mitglied bei autofrei leben! Über diese seit 1995 besthende Initiative findet die Arbeit vor Ort statt. Anliegen ist insbesondere, autofreie Wohnprojekte zu initiieren. es gibt bisher 1 autofreies Genossenschaftshaus und 4 Baugemeinschaften. Im September/Oktober 2017 zogen die Mitglieder der Baugemeinschaft "autofrei wohnen 4" in ihr neues Haus.

Wir machen jedes Jahr mehrere Infostände, z.B. am Tag gegen Lärm, am Selbsthilfetag, auf dem Hoffest am städtischen Gut Riem.

Gemeinsam mit dem Münchner Forum und anderen gab es 2017 eine Fachveranstaltung "Das Quartier von morgen: Visionen für eine nachhaltige Quartiersentwicklung". Eine weitere Fachveranstaltung ist am 16. Oktober 2018 in Vorbereitung. Frühere Fachveranstaltungen liegen gedruckt oder als pdf vor und können bei uns bestellt oder über wohnen-ohne-auto.de > Publikationen heruntergeladen werden

Gespräche mit Entscheidungsträgern bezüglich autofreien Wohnprojekten. 

Gunhild Preuß-Bayer aus München wurde im Sommer 2017 zur Vorsitzenden von "autofrei leben!" gewählt.

Die Veranstaltung "Mehr Rechtssicherheit für autofreie Wohnprojekte"  am 5.12.2016 kann als Broschüre bestellt werden.

Mehrere jahre beteiligten wir uns gemeinsam mit dem VCD am Parking Day.

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Am 10. und 11. März 2012 trafen sich die Autofreien zur Mitgliederversammlung in München . Unsere dortigen Freunde organisierten das Treffen.

Ausführliche Informationen der Münchener Initiative "Wohnen ohne Auto" (WoA):

www.wohnen-ohne-auto.de 

Zusammenfassungen & Steckbriefe in Autofrei Wohnen:
www.autofrei-wohnen.de/proj-d-riem.html

... in der Messestadt Riem:

(Stand Juni 2017)
Gesamtareal 556 ha (Stadtrand 7-9 km)
7000 WE + 13000 Arbeitsplätze; das ursprgl. Verkehrskonzept mit einem reduzierten Stellplatzschlüssel (Stpl.: 0,79) und einer Gemeinschaftstiefgarage für das gesamte Wohngebiet wurde bald wieder aufgegeben; trotzdem grundsätzlich die Möglichkeit für autofreie, -arme Wohnprojekte

1. Bauabschnitt:
14 Eigentumswohnungen: Baubeginn 1998, Bezug Sommer 1999,
28 Genossenschaftswohnungen (Wogeno): Baubeginn 1999, Bezug Ende 2000/Anfang 2001
10 Eigentumswohnungen: Baubeginn 2003, Bezug Herbst 2004

2. Bauabschnitt:
Statt einer Gemeinschaftstiefgarage und einem Parkraumkonzept wie im 1. Bauabschnitt sieht der Bebauungsplan wieder eine konventionelle Stellplatzregelung mit Einzeltiefgaragen unter den jeweiligen Gebäuden vor. Autofreies Wohnen wird nicht unterstützt. Frauenwohnen hat aber eine Sonderregelung zum stellplatzreduzierten Bauen.

FrauenWohnen Riem
Wohnanlage der Genossenschaft FrauenWohnen in der Messestadt Riem (Ost), Ingeborg-Bachmann-Straße 26-28.
Die Wohnanlage (fertiggestellt Herbst 2006) hat 49 Wohneinheiten, ein Gästeappartement, Büro, Gemeinschaftsräume, Tiefgarage. Umweltfreundlich sind der Passivhausstandard (KFW 40- Haus) und ein reduzierter Stellplatzschlüssel.
Die Stadt München hat einen reduzierten Stellplatzschlüssel von 0,4 genehmigt, d.h. es mussten nur 60% der vorgeschriebenen Stellplätze gebaut werden. Doch besteht die vertraglich festgelegte Pflicht, sofort auf 100% nachzurüsten, wenn die Anzahl der Autos in der Wohnanlage um auch nur ein Auto den genehmigten Stellplatzschlüssel von 60% überschreitet.
Die technische Machbarkeit der Nachrüstung musste nachgewiesen werden. Die Garage ist so ausgehoben, dass ein nachträglicher Einbau von Duplexstellplätzen ohne Probleme möglich ist. Außerdem mussten 100.000.- Euro als Sicherheit für die Finanzierung der Nachrüstung als Grundschuld eingetragen werden.
Zur Zeit (2016) haben die Bewohnerinnen von FrauenWohnen lediglich 8 Autos. Das heißt, selbst ein Stellplatzschlüssel von 20% wäre ausreichend gewesen.

3. Bauabschnitt
Zwei Projekte, die NICHT als autoreduziert, sondern nur als ökologisch angeboten wurden:

Die Fa. NEST Passivhaus erstellte ein Passivhaus mit PV, Solarthermie, Pelletheizung in der Messestadt, wo Wohnungen auch ohne Stellplatz erworben werden konnten. Die Anlage wurde 2007/2008 bezogen. Da die Stadt aber keine Stellplatzreduzierung genehmigt hatte, musste NEST diese letztlich weit unter Preis auch in der Nachbarschaft anbieten.

Die Genossenschaft Wagnis baute fünf Häuser mit 96 Wohnungen, Gemeinschaftsräumen und Nachbarschaftscafe. 
Vorerst mussten nur 62 Stellplätze gebaut werden, die zudem teilweise so mit Fenstern zum Hof geplant sind, dass hier, wenn kein Bedarf an Stellplätzen ist, vielfältig anderweitig nutzbare Räume entstehen. Die Stellplätz werden auch in der Nachbarschaft angeboten. Bisher steht die Garage halb leer. 
Auch eine striktere Überwachung der oberirdischen Stellplätze an der Heinrich-Böll-Straße brachte kaum weitere Nachfrage

4. Bauabschnitt:
Der Bebauungsplan hat wiederum keine Stellplatzreduzierung vorgesehen und wieder müssen die Stellplätze auf den jeweiligen Baufeldern untergebracht werden.

Die 2012 gegründete Gruppe Autofrei-Wohnen-4 konnte ein Grundstück für 14 Wohnungen kaufen. Letztlich ließ sich aushandeln, dass nur 1 Stellplatz in der Garage der Nachbar-Baugemeinschaft gebaut werden musste und für weitere Stellplätze eine Ablöse gezahlt wurde. Dieses Haus wird im September 2017 bezogen

... am Ackermannbogen:

(Stand Juni 2017)

Seit Planungsbeginn bestand bei den ökologischen Bauprojekten und Genossenschaften großes Interesse an autofreiem bzw. -armen Wohnen. In Kooperation mit WoA fanden zahlreiche Treffen und Gespräche mit städtischen Vertretern statt. Leider wurde im 1. Bauabschnitt seitens der Stadt keine Stellplatzreduzierung genehmigt.

Nachträglich ist es Wagnis e.G. gelungen, eine zehnjährige Aussetzung für die Fertigstellung eines Teils der Stellplätze zu erreichen, d.h. Duplexe noch nicht einzubauen. Als Sicherheit musste eine Bankbürgschaft erbracht werden. Der Umgang mit den darüber hinaus noch überflüssigen Tiefgaragenplätzen wird - wie auch von den BewohnerInnen im Passivhaus - intern geregelt.

Bundesfinanzmittel aus dem Programm EXWOST ermöglichten, 2010 ca 7 Stellplätze aufzulassen und dort Veranstaltungsräume einzubauen, die Genehmigung wurde aber nur bis Ende 2014 gegeben. Inzwischen ist sie wohl stillschweigend verlängert worden.

Während in den Bauabschnitten 2 und 3 auofreiem Wohnen seitens der Stadt keine Möglichkeiten eingeräumt wurden, erhielten per Losverfahren im 4. Bauabschnitt eine Gruppe Autofreier ein Grundstück. Letztendlich mussten sie für 13 autofreie Haushalte 8 Tiefgaragenplätze bauen, trotz eines überzeugenden Mobilitätskonzepts, außerdem verlangte die Stadt noch, dass sie im Bedarfsfall Stellplätze im öffentlichen Raum ablösen (= bezahlen) müssen.

Resümee 2018:

Die Haltung der Stadt München ist trotz langjähriger Erfahrung mit autofreien Projekten immer noch sehr von Angst getrieben. Jedes autofreie und autoreduzierte Projekt muss seine Stellplatzreduzierung einzeln aushandeln und musste bisher jedes mal nachweisen und finanziell hinterlegen, dass eine Nachrüstung möglich ist.

Beim sozialen Wohnungsbau und bei Genossenschaften gibt es allmählich die Hoffnung auf echte Reduktionen.

Änderung der Stellplatzsatzung 2016: Im Juni beschloss der Stadtrat, weniger Stellplätze zu ermöglichen: 0,6 - 0,8 pro Wohnung bei EOF-(Sozial-)Wohnungen, städtischem Wohnungsbau und Baugemeinschaften. Autofreie Projekte mit einem überzeugenden Mobilitätskonzept können bis 0,3 hinuntergehen, müssen aber eine Nachrüstung

2018 legt die Stadt harte Kriterien für die Reduktion von Stellplätzen vor.

 

 Mobilitätsalternativen in München

Öffentlicher Nahverkehr:

Tram (die schöne weiß-blaue), Bus, U-Bah, S-Baun, MVG-Rad, Taxi)

Radverleih:

22.6.2018: MVG Rad: 1.000.000 Ausleihen & 100.000 Kunden

MVG Rad legt weiter zu: Das städtische Mietradsystem hat jetzt 100.000 Kunden. Außerdem wurden 1.000.000 Fahrten absolviert. Der April 2018 war mit 55.813 Ausleihen der bisher stärkste Monat seit dem Start des MVG Mietradsystems im Herbst 2015. 

Radlhauptstadt:

 

Zitate

"Die These, dass der Bau von Straßen der regionalen Wirtschaftsentwicklung und damit der Beschäftigung zugute kommt, wird in der Regionalwissenschaft seit über einem Vierteljahrhundert angezweifelt. Es gibt keinerlei gesicherte Erkenntnisse in dieser Richtung. Die These muss von daher als widerlegt gelten."

--- Süddeutsches Institut, 2004