Autofreies Wohnen ist ein Luxus, den leider nicht viele Menschen genießen können - weil viele Projekte am Widerstand der Autolobby scheitern. In Wohngebieten ohne Auto gibt es keinen Verkehrslärm, die Luft ist sauber und vor allem die Kinder können hier noch gefahrlos draußen spielen. Die allgemeine Hektik weicht einer menschengerechten Langsamkeit, die Stress abbaut. Der Platz zwischen den Häusern wird zum öffentlichen Begegnungsraum mit einer hohen Aufenthaltsqualität. Leider gibt es in Deutschland bisher nur wenige Gebiete, die sich wirklich autofrei oder autoarm nennen können.
Der Grundsatz autofreier Wohngebiete lautet: Mehr Lebensqualität bei reduzierten Kosten. Die Menschen fahren nicht in Stahlbüchsen abgeschottet aneinander vorbei. Sie können miteinander reden, handeln, spielen, oder wenigstens grüßen. Es entsteht ein Lebensraum, wo vorher ein Autoraum war. Dieser Lebensraum ist belebter als jede Blechwüste, der soziale Kontakt erhöht die Sicherheit für alle. Straßen und Parkplätze werden zu Kräutergärten, Grünflächen, Spielplätzen - oder überdachten Fahrradabstellanlagen und Bushaltestellen.
Weiterlesen: Vorteile autofreier Wohngebiete
In Deutschland gibt es in Freiburg, Münster, Köln, Hamburg, München, Kassel, Bremen, Berlin, Frankfurt a.M., Karlsruhe, Aachen und Düsseldorf autofreie oder autoarme Wohnprojekte (die aber z.T. noch nicht umgesetzt worden sind). Im benachbarten Ausland sind solche Gebiete u.a. in Kopenhagen, Amsterdam, Wien, Bern und in Großbritannien zu finden.
Autofreies Wohnen bezeichnet ein Wohnangebot, das ...
1. ... sich an Haushalte ohne (eigenes) Auto richtet, mit dem Ziel, für diese Vorteile zu schaffen. (ILS)
2. ... einen nachhaltigen Beitrag zum Umweltschutz leistet und die Volkswirtschaft entlastet.
3. ... kinderfreundlich und damit besonders für Familien mit Kind(ern) attraktiv ist.
4. ... hohe Wohn- und Freiraumqualität bedeutet.
5. ... außer dem unumgänglichen Zugang für Blaulichtfahrzeuge (Rettungsdienste, Feuerwehr, Polizei, siehe § 35 StVO) und berechtigte Ausnahmefälle keinen weiteren Kfz-Verkehr hat.
Weiterlesen: Typologie autofreier WohngebieteVortrag von Dr.-Ing. Ulrike Reutter auf der Jubiläumstagung - "10 Jahre Autofreie Siedlung" am 19.11.2011 in Münster.
Bericht zur Jubiläumstagung - "10 Jahre Autofreie Siedlung. Autofreie Quartiere – ein Beitrag zu nachhaltiger Stadtentwicklung" am 19.11.2011 in Münster
Der Aspekt Mobilität muss beim Wohnen ein höheres Gewicht erhalten. Fussverkehr Schweiz engagiert sich daher zusammen mit verschiedenen Partnern für autofreie oder autoarme Siedlungen.
In Zürich streiten sich die Politiker darüber, ob Mietern ihr Auto verboten werden darf. Während autofreie Siedlungen im Bau sind, ist Bern viel weiter. Dort verzichten 80 Personen vertraglich auf das Auto.
Keinen Parkplatz suchen müssen, keine hohen Gebühren für den Stellplatz bezahlen, keinen Autolärm – das ist für Schweizer, die in einem autofreien Quartier wohnen kein Traum mehr, sondern gelebter Alltag. Lesen Sie hier, wie solche Projekte in Zürich und Bern realisiert werden.
Ziel der Gemeinschaftsinitiative Münchner Umweltverbände auf kommunaler Ebene ist die Errichtung modellhafter autofreier Wohnquartiere. Sie versteht sich als Ansprechpartner für Wohninteressent(inn)en und Bauträger, Politik und Verwaltung. Eine wichtige Aufgabe sieht sie darin, Erfahrungen aus anderen Städten und die Erkenntnisse der aktuellen Fachdiskussion zu vermitteln.
"Lieber ein autofreier Erlebnistag als ein erlebnisfreier Autotag"
------ Dr. Richard Groß, ehem. Landrat des Kreises Trier-Saarburg