Wege zur Umsetzung der Maßnahmen

Die Autoren der Studie empfehlen für die hier interessanten ersten drei Maßnahmen Instrumentenmixe, die politisch für einige Diskussion sorgen dürfte, aber von autofrei leben! e.V. definitiv unterstützt werden: 

  • M1: Parkplatzgebühren bzw. City-Maut zur Finanzierung von Infrastrukturen für den Fuß- und Radverkehr, Parkraumbewirtschaftung und Umverteilung der Autoflächen für attraktive Radwegnetze / Verhaltensänderungen (etwa Verzicht auf Auto, vermehrte Nutzung von  "Carsharing" und ÖV, vermehrte Arbeits- und Freizeitwege mit dem Rad) / Förderung  von autofreien Siedlungen etc.
  • M2: Parkraumgebühren bzw. City-Maut zur Finanzierung für den Ausbau des ÖPNV verbunden  mit einer Kapazitätsumverteilung (Reduktion MIV zugunsten ÖPNV) und Bevorzugung  des ÖPNV an Kreuzungen und Lichtsignalanlagen / Attraktivitätssteigerung bei Zugang und Ausstattung der Haltestellen und im Tarifsystem / Bepreisung von Straße und ÖPN: City-Maut-Abgaben zur Berechtigung von vergünstigten ÖPNV-Tickets verwenden. / Förderung von autofreien Siedlungen kombiniert mit individueller Mobilitätsberatung etc.
  • M3: Abschaffung von Pendlerpauschalen, Pkw-Maut oder ökologische Steuerreform, Vergünstigungen im Umweltverbund, differenzierte Straßenbenutzungsgebühren

Ausgewählte Schlussfolgerungen

  • Die Beschäftigung entwickelt sich in fast allen Maßnahmen positiv. Die gesamtwirtschaftliche Produktivität bleibt nahezu konstant. Das BIP entwickelt sich positiv. 
  • Aktive Mobilität fördert die Gesundheit und reduziert das Risiko chronischer Erkrankungen, und ist finanziell attraktiv. Betriebswirtschaftliche und ökologische Kosten und Nutzen der Mobilität weisen in dieselbe Richtung. Der Hauptnutzen umweltschonender Mobilitätsstile für den Verkehrsteilnehmer liegt nicht nur in der ökologischen Wirkung selbst, sondern zu einem großen Teil auch in finanziellen Ersparnissen und einem gesünderen Lebensstil.
  • Der große Einfluss der Zeitkosten wirft im Angesicht der gesellschaftlichen Debatte um Entschleunigung und Lebensqualität die Frage auf, ob ob die Fokussierung der Verkehrspolitik und der Verkehrswissenschaft auf den Faktor Zeiteinsparung nicht überdacht werden muss. Ein Verkehrssystem mit der obersten Priorität der Beschleunigung des Verkehrs zum Zwecke der Zeiteinsparung erzeugt Stress und gesundheitliche Probleme.
  • Investitionen zur Förderung aktiver Mobilität kreieren breite gesellschaftliche Nutzen. Durch die Förderung von Rad- und Fußverkehr oder die attraktive
    Umgestaltung von ÖPNV-Systemen kann neben den rein verkehrsspezifischen Nutzen auch die Aufenthaltsqualität öffentlicher Räume allgemein profitieren. 
  • Der Umbau der Verkehrssysteme muss den Staatshaushalt nicht zwangsläufig belasten.

Hier können die Studie und eine Kurzfassung heruntergeladen werden.  

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Zitate

"Es geht nicht um einen Kampf für oder gegen das Auto, sondern es geht um einen Kampf für die Freiheit des Menschen aus der Diktatur von Fahrmaschinen."

--- Hermann Knoflacher in "Stehzeuge"